1. September 2018

Das europäische Festland hat uns wieder. Tagwache war in Keflavík um 02:45, anschliessend zum Flughafen und dann warten. Mit 45 Minuten Verspätung hob der Flieger dann ab. Trotz garstigen Windverhältnissen war der Flug sehr ruhig und die XXL Sitze haben nochmals für gute Beinfreiheit gesorgt.

Wir hatten wohl wieder guten Rückenwind, denn wir erreichten Frankfurt 15 Minuten zu früh. Nach der Kälte in Island und der Frische an der Pazifikküste wurden wir in Frankfurt mit guter Wärme und schönem Wetter empfangen.

In ein paar Stunden werden wir wieder in Heimberg und Allschwil sein. Wir haben eine tolle, schöne, interessante und lange Reise gehabt. Es hat uns beiden sehr gut gefallen!

Die Bloggerei hört nun auf.

Duri und Christoph

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31. August 2018

Nach bekömmlicher Verpflegung in der Air France Lounge, in weiser Voraussicht auf das Schmalhansprogramm bei WOW Airlines, konnten wir rasch an Bord gehen und unsere XL-Sitzplätze einnehmen. Der Flug verlief zwar grösstenteils ruhig, doch war trotzdem kaum an Schlaf zu denken.

Im Flughafen von Keflavik angekommen mussten wir feststellen, dass man nur per Taxi in das Hotel Bergen gelangen kann. Dieses wurde vor circa einem Jahr renoviert und erstrahlt jetzt in sehr nüchterner Eleganz.

Den Nachmittag nutzten wir für einen Ausflug in die Hauptstadt Reykjavik – bei inseltypisch garstigen Wetter und Temperaturen im einstelligen Bereich. Was auffällt hier ist die grosse Zahl an Touristen, darunter zahlreiche Inder, die wohl das Nordatlantikwetter gerne gegen die schwüle Monsunhitze eintauschen. Dass es für ein Städtchen dieser Grösse verhältnismässig viele Restaurants und Kneipen gibt, entspricht der touristischen Attraktion. Schliesslich fällt auch das deutlich angehobene Preisniveau auf, sei es für Essen und Trinken, Unterkunft oder Transport. Ganz speziell ist die 1986 eröffnete Hallgrimskirkja – sehr karg und protestantisch. Sie dürfte den spröden Charme der Insulaner gut widerspiegeln.

Da unsere Erholungs- und Verpflegungswünsche heute nicht miteinander übereinstimmen, werde ich mich jetzt zum Fischrestaurant auf der anderen Seite der Bucht aufmachen, während Christoph einen Abend zur freien Verfügung hat.

30. August 2018

Gestern Abend haben wir zwei ältere Herren noch im Altherrenrestaurant „Sam‘s Grill and Seafood“ vorzüglich gespeist. Der Service war gut, mit einer staubig eleganten Note und das Fischlein war hervorragend zubereitet.

Heute früh – also es war schon nach acht, als wir aufstanden… – war nach Croissant und Cappuccino Packen angesagt. Dann ging es gemütlich durch den Finanzdistrikt, der von eindrücklicher Grösse ist, zum Fährhafen und dann den Piers entlang bis wir die Schweizer Präsenz entdeckten. Der Weg war sehr gepflegt und hat einige neue Blicke auf San Francisco eröffnet.

So als Abschlusshighlight besuchten wir noch Telegraph Hill. Der Aufstieg über die Treppen war etwas schweisstreibend aber auch wunderschön. Üppige Gärten mit Kolibris und schönen Häusern zierten den Aufstieg. Die Turmbesteigung ganz oben war eine Abzocke, die Aussicht über Stadt und Bay aber auch spektakulär.

Nach einer Pause beim Chinesen ging es zurück zum Hotel. Taschen holen und Zug zum Flughafen folgten und nun sitzen wir in der Air France Lounge – die Priority Pässe wurden anstandslos akzeptiert – und geniessen Häppchen im Baguette und den einen oder anderen Tropfen. In knapp zwei Stunden sind wir in der Luft nach Island.

29. August 2018

Unseren letzten Tag in San Francisco begannen wir mit gutem Cappuccino und noch etwas optimierbaren Gipfeli. Anschliessend schlenderten wir durch zentrumsnahe Viertel, die wir noch nicht gesehen hatten, unter anderem die Buena Yerba Gardens, die aber nichts mit Marihuana zu tun haben; gekifft wird allerdings reichlich hier. Auch etwas Shopping stand auf dem Programm.

Mit dem nahen Ende unserer Reise kommt auch das Ende meines Ferienbarts. Aus einem Spontanbesuch in einem Barber Salon gestern wurde nichts, weshalb ich dort heute einen Termin erhielt. Der zuständige Souschef eröffnete mir dann aber, sie könnten meinen Bart nur ganz kurz mit der Tondeuse trimmen, eine Nassrasur liege nicht drin (we don‘t do that). Mangels Alternative willigte ich in diese Variante ein – das ist ja zumindest mal ein Ansatz. Den Job erledigte dann eine junge, freundliche Dame, die das „super easy“ fand. Morgen werde ich also noch etwas nachbessern müssen.

Um Mittag machten wir uns auf den Weg zum Golden Gate Park, gestärkt durch eine erstaunlich schmackhafte Pizza al taglio. Dabei kamen wir durch Stadtviertel, in denen sich Clochards, Gammler und wirklich arg Verwahrloste (das wär was für die KESB!) konzentrierten. Die Polizei war ebenfalls sehr gut vertreten. Später, in den Hügelzonen, kam man wieder an recht schmucken Häusern vorbei, die in einem für San Francisco typischen Stil gebaut sind. Den Park erreichten wir dann nach circa 7 km Stadtwanderung. Nach einem erfrischenden Bierchen brachte uns die Strassenbahn zurück ins Zentrum. Und das alles bei erstaunlich sonnigem, für diese Gegend untypischem Wetter.

28. August 2018

  • Heute lief einiges im organisatorischen Bereich.
    Auto abgeben: erfolgreich und ohne Probleme
  • Per Zug in die Stadt: super einfach, schnell, günstig und bequem
  • Besuch im Appleshop: Mein Handy war kaputt, Batterie gemäß Applespezialist kurz vor dem explodieren… sehr erfolgreich – habe neues Handy gratis erhalten. Das Prozedere mit Backup und Restore dauerte aber zwei Stunden
  • Bartschnitt: geplant und gebucht für morgen – vorher ist einmal gezeigt; nachher zeigen wir morgen.

Nach diesem Programm war dann etwa 14:00, als wir im Hotel eincheckten. Das Zimmer ist klein und teuer – wie alles in San Francisco – es befindet sich aber in hervorragender Lage.

Via Chinatown – hier gibt es sogar Schneepilze zu kaufen – und Russian Hill sind wir über die steilen Hügel zur Fishermen Wharf gewandert. Unterstützt hat uns dabei ein blauer Himmel, der so eigentlich nicht prophezeit war. Nach einem guten Bier und dem Blick auf Alcatraz sind wir dann überteuert mit dem Cable Car zurückgefahren.

27. August 2018

Heute war unser letzter Autotag; morgen geben wir unseren Nissan Murano wieder ab. Er hat uns bis auf eine Reifenpanne zu Beginn unserer Reise auf gut 7000 Meilen stets gute Dienste erwiesen, wenn er auch punkto Ästhetik noch Raum nach oben hat.

Den heutigen Tag begannen wir bei kühlen Temperaturen, dichtem Hochnebel und leichtem Nieselregen – das typische Klima hier an der Küste – in einem etwas heruntergekommenen Waschsalon, um uns für die Reise nach Europa zu rüsten. Auch die Kunden dort gehörten nicht zu den Privilegierten dieser Erde, so wie es hier überhaupt in einigen Gegenden Zeichen von Verwahrlosung gibt, wie man sie so bei uns kaum kennt.

Danach steuerten wir den rund 80 Meilen entfernten Pinnacle National Park an. Nach rund 20 Meilen landeinwärts lichtete sich der Nebel und schon bald genossen wir eine Sonnenscheinfahrt durch Weidland, da und dort unterbrochen von Erdbeer- und anderen Feldern. Auch Rebberge gibt es im San Benito Valley, einer uns bis anhin unbekannten Appellation. Unser Nationalparkpass für 80$ war wirklich gut investiert; leider waren die State Parks nicht inbegriffen und teilweise überteuert.
Die schroffe Felslandschaft mit den zinnenartigen Spitzen ist ein reizvolles Wandergebiet. Die Wege sind in gutem Zustand. Trotzdem müssen Menschen wie der Schreibende aufpassen wie ein „Häftlimacher“, dass ihnen ja kein Fehltritt passiert.

Danach machten wir uns auf den Weg nach South San Francisco, wo der Flughafen liegt und wir das Auto zurückgeben müssen, vorbei an den zahlreichen IT-Unternehmen, die sich im Laufe der Jahre im Silicon Valley angesiedelt haben. Naiv zu meinen, es handele sich dabei um ein Tal – vielmehr ist es eine grosse Ebene im Metropolitanraum San Francisco mit Unmengen Verkehr auf vielspurigen Autobahnen.

Jetzt bleibt uns noch das Packen, damit wir einigermassen organisiert die uns verbleibenden Tage in San Francisco geniessen können.

26. August 2018

Ein „kleiner“ Ausflug gegen Süden – wir sind uns nun amerikanische Distanzen gewohnt – brachte uns nach Big Sur.

Die Strecke führte zuerst quer durch die Ebene bei der Monterey Bay. Hier werden Unmengen von Artischocken, Salat und anderen Gemüsen angepflanzt. Die Ebene zieht sich ca. 50 km einem mit grossen Dünen gesäumten Strand entlang.

Nach Monterey folgte dann die Steilküste mit Carmel und Big Sur. Die Ausblicke von der Küstenstraße sind immer wieder überwältigend. Felsenklippen, wechseln mit Sandstränden, Zedernhainen und Redwoods ab. Dazu schöne Berge und Grasflächen. Die Strasse, die sich nach Big Sur noch mehr als 100 km weiterzieht, wurde im Rahmen des New Deals in den dreißiger Jahren errichtet. Ihr Zweck ist ausschließlich der Tourismus.

Bei Big Sur liessen wir uns dann 2 Stunden am Strand nieder und genossen die Wärme und den Blick aufs Meer. Heute ist die Nebeldecke erstaunlicherweise sehr schnell verschwunden und der Wind wehte auch nur sachte. Dann ging es den gleichen Weg zurück nach Santa Cruz. Der kleine Ausflug war dann doch ca. 250 Kilometer lang…