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30. Juli 2018

Heute war ein abwechslungsreicher Tag! Beim Einkaufen unseres Picknicks wurden wir äußerst freundlich bedient. Die Frau an der Kasse hat sich mit Namen – sie heißt Rita – und Händedruck vorgestellt. Das ist mir in der Migros noch nie passiert. Überhaupt, die Menschen sind alle sehr freundlich, immer wird man gegrüsst und alle haben einen Spruch auf den Lippen.

Kurz hinter Taos überquerten wir den Rio Grande auf einer sehr eindrücklichen Brücke. Die Schlucht, die die Hochebene durchschneidet – man sieht sie erst wenn man kurz davor ist – ist ca. 200 Meter tief und war vor dem Brückenbau ein finales Hindernis.

Anschliessend fuhren wir über die San Juan Mountains Kette. Der Pass war auf 3‘200 m; die Gegend hat dabei stark an die Freiberge erinnert. Es ist schon erstaunlich, wie hoch hinauf die Berge hier bewaldet sind. So bis knapp 4‘000 Meter wachsen hier Bäume und es ist saftig grün.

Weiter ging es lange einen spektakulären Canyon „runter“ bis Las Alamos – das liegt auch immer noch sehr hoch. Die Wahl zwischen dem Science Museum und den Pueblo Bauten gewannen schliesslich letztere. Das National Monument „Bandelier“ bescherte uns einen wunderschönen längeren Spaziergang durch die Ruinen eines ca. 1000 Jahre alten Pueblos, das die Tuffsteinhöhlen einer Schlucht clever nutzte. Wie die Menschen damals im Winter – hier gibt es richtig Schnee und es wird eisig kalt – dort gelebt haben, ist mir nicht so klar.

Den Abend und die Nacht verbringen wir in Santa Fe. Der erste Eindruck ist positiv. Das nette Kirchlein ist die älteste in den USA, sie wurde 1601 errichtet.

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29. Juli 2018

Wir verlassen Raton, die Mäusestadt, und fahren durch eine grandiose Hochebene auf rund 2000 müM, am fernen Horizont eingefasst von Bergketten, darunter die Sierra Sangre de Cristo. Die Luft ist rein und die morgendlichen Temperaturen angenehm frisch.
Auf den Weiden grasen Rinder und galoppieren Mustangs. Dem mit den hiesigen Verhältnissen nicht Vertrauten fällt auf, dass alles Land entlang der Strasse eingezäunt ist.
In einem Naturschutzgebiet in einer Seenlandschaft beobachten wir Hirsch und Has; Pelikane fliegen in Formation über uns. Wir kommen dem Gebirge immer näher, fahren durch Canyons mit von Waldbrand gezeichneten Bäumen. Nach einem Pass gelangen wir in eine noch höher gelegene Hochebene, ein Urlaubsziel der Einheimischen mit ihren gigantischen Campern in europäischer Stadtbusgrösse und angehängten SUVs. Über einen weiteren Pass gelangen wir nach Taos auf rund 2100 m bei mässigen 30 Grad. Die Stadt ist sehr touristisch, weist aber durch den Pueblo-Stil der Häuser zumindest im Ortskern einen warmen Charme auf. – Im Moment sieht‘s ganz nach aufziehendem Gewitter aus.

28. Juli 2018

In Texas durften wir doch mit 75 mph fahren. Schnell waren wir heute früh deshalb in Amarillo und haben uns die „Cadillac Ranch“, die 1974 installiert wurde, angeschaut. Die ursprünglichen Cadillacs wurden unterdessen täglich mit Spraydosen übermalt, cool sieht das Ganze aber immer noch aus.
Weiter ging es absolut gerade durch den Llano Estacado in Richtung Nordwesten. In Dalhart, bei einer Kaffeepause, fragte mich die Verkäuferin, ob ich an Christus glaube. Meine Antwort hat sie dann sichtlich mitgenommen…
Spontan beschlossen wir den Vulkan Capulin, der sehr markant im nordwestlichen New Mexico steht, zu besichtigen. Das war schon eine sehr eindrückliche Unternehmung. Der Rundgang auf 2500 m über Meer bescherte uns ein 360 Grad Sicht über New Mexico mit Blicken bis Oklahoma und Colorado.
Zur Zeit sind wir in Raton. Die Town liegt auf 2000 m und hat die besten Zeiten hinter sich. Früher gab es hier diverse Zinn- und Bleiminen, auch das Cattlebusiness war schon wichtiger, heute versucht die Stadt mit etwas Tourismus zu überleben. So richtig gelingt das aber nicht; die Stadt hat in den letzten Jahre knapp 20% der Einwohner verloren.

27. Juli 2018

Nach unserem unfreiwilligen Boxenstopp in der Provinz von Oklahoma setzten wir unsere Fahrt gen Westen fort. Die anfänglich sanft gewellte Hügellandschaft mit reichlich Baumbestand und bewaldeten Hügelketten, viel Weidland und etwas Ackerbau verwandelte sich sukzessive in flaches, trockenes Land, wo die Bäume immer niedriger werden und die spärlichen Siedlungen (hier durchwegs als „cities“ bezeichnet) ärmlicher. Ab Texas gibt es kaum mehr Siedlungen, nur noch weitläufiges Ranch-Land, bis hierhin in den 2000-Seelen-Ort Clarendon, wo wir zu den „willkommensten Gästen Amerikas gehören.
Das heutige Highlight war unsere unerwartete Verjüngung vom Frührentner zum mutmasslichen Teenie: Bier und Zigaretten werden nur mit entsprechendem US-Ausweis, der den Händler zum Verkauf an Volljährige ermächtigt, abgegeben. Für das Bier drückte man ein Auge zu und für die Zigaretten gab es einen diskreten Hinweis auf eine einschlägige Adresse.
Und jetzt haben wir die Alternative zwischen Taco Bell und Pizza Hut – aber vielleicht gibt es noch Überraschungen. Aber zuerst genießen wir einen entspannten Spaziergang im warmen Licht des texanischen Sonnenuntergangs.

26. Juli 2018

Westen ist unsere Richtung von heute und den nächsten Tagen. Am Morgen fuhren wir auf einem abwechslungsreichen und kurvigen Highway durch die Hügel- und Seenlandschaft des westlichen Arkansas. Im endlosen Wald hat es mir unbekannte Bäume mit wunderschönen Blüten.

Nach ca. 150 km legten wir in Waldron, einem verlorenen Nest, eine Kaffeepause ein. Das Lokal hatte einen speziellen Charme. Bibelsprüche, Marilyn, das Abendmahl und weitere 60-er Schönheiten waren gut arrangiert. Beim Spaziergang durch die Stadt – Dörfer gibt es hier ja nicht – trafen wir auf die obligaten Antiquitätenläden und natürlich auch die Gun Shops.

Anschliessend waren wir schon bald in Oklahoma, wo der Westen beginnen soll… Die Strasse wurde nun pfeilgerade und das Tempolimit höher. Schnell kamen wir in der nun schon merklich trockeneren Gegend voran bis dann ein Warnton uns anzeigte, dass es mit der Luft vorne rechts nicht mehr zum besten stand. In einer Pneuwerkstatt liessen wir einmal pumpen, mussten aber eine Stunde später feststellen, dass wir schon wieder viel Luft verloren haben. Die Telefonierei mit der Road Assistance war dann etwas mühsam aber so gegen 16:30 war der Nagel entfernt und das Problem behoben.

Nun sitzen wir in McAlester am Comanche Way in einer Econolodge. Diesen Ort wählt wohl niemand bewusst als Reiseziel….

25.Juli 2018

Für das gestrige Abendessen machten wir einen Spaziergang nach down-town Hot Springs, vorbei an dem mächtigen, um nicht zu sagen bedrohlich wirkenden „Hauptquartier“ des Rehabilitation Center der Heilung Suchenden. Ein US-italienisches Restaurant überzeugte mit schmackhaften Speisen (Pizza bzw. Ravioli mit Krabbenfüllung). Dass wir hier in einem Land von Waffennarren sind, haben wir noch nicht direkt erfahren, aber die Anzeichen mehren sich.
Heute war Sportstag. Ausgestattet mit Plänen der Umgebung und Christophs alleswissenden Apparätli und Apps nahmen wir uns eine Wanderung durch stark bewaldetes Hügelland vor. Der Botaniker identifizierte bald Hickory und andere hier gedeihende Gewächse. Dass diese Art Freizeitvergnügen nicht nach dem Gusto der Eingeborenen ist, überrascht nicht – wir begegneten lediglich einem einsamen Jogger. Nach rund 10 km bei 36 Grad kamen aber auch wir an die Motivationsgrenzen und erkundeten die Umgebung mit Wäldern und (Stau)Seen in der gekühlten Karrosse.
Morgen lautet das Motto „Go West“: nach Oklahoma ins Land der roten Menschen, wie die Ureinwohner sich nannten.

24. Juli 2018

Die Dusche heute früh im heruntergekommen Motel 6 war nicht berauschend aber sie hat mich geweckt. Anschliessend war Wafflehouse fürs Frühstück angesagt. Einer nahm die Waffel der andere eggs over easy, hashbrowns und toast. Alles etwas klebrig und dem Motel 6 entsprechend.
So gestärkt wagten wir uns ins Delta, wo auch ich die lieben Menschen nur ganz schwer verstehe. Durch endlose Baumwolle- und Sojafelder ging es ein paar Stunden weiter nordwärts. Kurz vor einem Abstecher in den Yazoo State Park hat Duri gemäss „adopt a highway“ die Strasse geputzt – das alte Müllmann Know-how wurde tatkräftig eingesetzt.
Arkansas erreichten wir über eine eindrucksvolle Brücke – der Mississippi liegt nun östlich von uns.
Gelandet sind wir in Hot Springs, hier wuchs Bill Clinton auf, das auch Ausgangspunkt für den Ouachita Natonal Park und die Arkansas Lakelands ist. Die Gegend ist attraktiv, die Schwüle – aber nicht die Hitze ist weg – hier bleiben wir 2 Nächte.

Überqueren des Mississippi

23. Juli 2018

Mustang abgeben, Nissan übernehmen und dann langsam nordwärts via Baton Rouge nach Natchez am Mississippi. Wir fuhren über einen wunderschönen Highway entlang an Hunderten von Kirchen ganz nach dem Motto „don‘t miss heaven because of your life in the world“.
Der Mississippi in Natchez ist sehr beeindruckend. Mächtig fliesst er langsam südwärts und wird hier von einer riesigen Brücke überspannt. Viele Bäume, einige sehen wie Flieder aus, blühen zur Zeit und es ist erstaunlich grün für die sehr hohen Temperaturen.
Die Alkoholregeln werden Meile für Meile etwas merkwürdiger; wir nähern uns den „Dry Counties“.
Nördlich von Natchez – irgendwo in den endlosen Wäldern – besuchten wir noch eine Plantation. Die ältere, etwas knorrige afroamerikanische Köchin erklärte uns dann in einem sehr speziellen Idiom, dass diese Plantage seit einigen Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird. Es lohnt sich nicht mehr. Schön war der Flecken aber schon.
Gegen Abend erreichten wir Vicksburg, wo wir uns in einem etwas heruntergekommenen Motel einquartierten. Das Städtchen, hier erlangten die Unionstruppen im Bürgerkrieg einen wichtigen Sieg, ist ganz ansprechend. An einem Nebenarm des Mississippis gelegen hat es einige schöne Häuser und auch einen hübschen, alten Bahnhof. Die Schienen sind hier immer noch mit Nägel an den Schwellen befestigt.

22. Juli 2018

Den heutigen Tag beginnen wir mit Waschaktivitäten. Die etwas schmuddelige laundry liegt in einem von „deplorables“ bewohnten Quartier, wie das die letzte Präsidentschaftskandidatin ausdrücken würde: Obdachlose haben sich auf dem grünen Mittelstreifen unter Bäumen eingerichtet und Bettler heischen Almosen und schnorren Zigaretten.

Anschliessend unternehmen wir einen Ausflug zum Unterlauf des Mississippi. Vom mächtigen Strom sieht man allerdings nichts von der Strasse aus, da ein Damm die Sicht behindert. Das Villenviertel geht allmählich in Felder und Plantagen über; die Behausungen werden bescheidener. Restaurants oder Bars gibt es kaum, dafür zahlreiche Kirchen mit vollen Parkplätzen.

Irgendwo beinahe am Ende der Welt, in einem Ort mit dem verheissungsvollen Namen „Venice“, bestehend aus einigen einfachen Häusern und Schuppen, kehren wir in einem altmodischen, gemütlichen und freundlichen Lokal ein und stärken uns mit Cheeseburger und Shrimps-Sandwich. Auf dem Rückweg machen wir noch beim Fort Jackson aus der ersten Hälfte des 19. Jh. halt. Leider kann man die von einem Wassergraben umgebene Wehranlage nicht besuchen. Dafür lohnt der Besuch mit einem prächtigen Blick auf den „Mighty Old River“. Wir kehren etwas früher zurück als sonst und erholen uns im kühlen Hotelzimmer von den 38 Grad draussen.

21. Juli 2018

Mit grossem Frühstück ging es heute in den Tag. Wir flitzen mit unserem Mustang durch Louisiana – auch die Libellen stehen auf unser Gefährt – und machen so komische Dinge wie Ice Tea trinken in Ponchatoula, kaufen Hosen für Duri – er ist etwas gar dick für die Hitze Louisianas gewandet – wandern bei knapp 40 Grad durch die Sumpfwälder und erkunden Laundries, die auch am Sonntag offen haben.
Unterdessen hat uns Big Easy erfasst. Die Schritte werden langsamer und die Interaktionen mit den Locals häufiger. Ein gutes Cajun z‘Znacht mit coolem Jazz und dann noch ein Set mit noch coolerer Musik lassen uns den Tag beschliessen.