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12. August 2018

Nach dem Glitter, Lärm und Klamauk und den Menschenmassen in Las Vegas zieht es uns wieder in die Stille und Einsamkeit der Wüste. Wir fahren in nordöstlicher Richtung und schon einige Meilen hinter der künstlichen Grossstadt wird es leer. Das Gelände steigt wieder allmählich an, die Strasse führt durch Halbwüsten, vorbei an (Salz-)Seen, deren Besuch mit eigenartigen Regeln verbunden ist (siehe Foto).

Später kommen wir an einem State Park vorbei, wo wir die Wunder der Natur bestaunen. Die Gegend ist zwar nur wenig besiedelt, aber es gibt einige bewohnte Flecken. So z.B. Caliente [hier kälyendi ausgesprochen], wo es allerdings deutlich weniger heiss ist als in Las Vegas. Der Ort dürfte seine Glanzzeit bereits hinter sich haben, doch der alte Bahnhof (nicht mehr in Betrieb) besticht immer noch mit seiner stilvollen Fassade.

Etappenziel ist heute Pioche (kein Indianername, sondern benannt nach einem Investor aus San Francisco). Die „Stadt“ wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts als Silberminenstadt gegründet und galt mit ihren rund 140 Saloons und entsprechenden „Zusatzeinrichtungen“ als „baddest (sic!) town in the West“. In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts warf der Ertrag der Minen jährlich rund 3 Millionen $ ab, was offenbar zu Missgunst und Gewalt führte, weswegen die wenigsten Menschen hier eines natürlichen Todes starben. Das hat sich zum Glück alles zum besseren gewendet – in den Bars hocken friedliche alte Männer [nicht nur wir] und schlürfen ihr Bier, derweil die Hirsche das Kaff auf ihrem Abendspaziergang beehren. Bemerkenswert ist übrigens die Theke in dieser Bar: sie ist 150 Jahre alt, 7 m lang und besteht aus einem einzigen Stück Mahagoni.
Jetzt um 18.30 bei vergleichsweise angenehmen 29 Grad – aber wir befinden uns ja auf rund 2000 müM – müssen wir uns schon bald für das Abendessen im Silver Café rüsten. Man isst früh hier – vielleicht weil man früher auch früh starb.

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